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Patientenpower

Clever vernetzt: eine Akte für Alle

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Wer seine Gesundheitsdaten an einem Ort haben möchte, muss sie noch immer mühsam zusammentragen. Die Informationen von Versicherten liegen derzeit dezentral in Praxen, Krankenhäusern, bei Therapeutinnen und Therapeuten, Krankenkassen oder in Gesundheits-Apps der Versicherten. Dr. Susanne Ozegowski arbeitet bei der TK an der Vernetzung und erklärt, warum einheitliche Standards dabei wichtig sind.

Die Gesundheitsakte TK-Safe lief ab 2018 im Beta-Test, ist jetzt im Live-Betriebe. Warum setzt die TK auf die Vernetzung von Gesundheitsdaten?

Dr. Susanne Ozegowski TK-Safe soll unsere Versicherten beim Management ihrer Gesundheit unterstützten – als zentraler Datentresor für alle relevanten Informationen. So eine Akte ist nur praktisch, wenn ich nicht alle Daten selbst eintippen muss, sondern etwa die Übersicht meiner Arztbesuche und Diagnosen von meiner Krankenkasse herunterladen kann und von meinen Ärzten Befundberichte oder Röntgenbilder erhalte. Zudem sorgt die Vernetzung dafür, dass ich meine Daten mit meinen Ärzten teilen kann.

„TK-Safe soll unsere Versicherten beim Management ihrer Gesundheit unterstützten - als zentraler Datentresor für alle relevanten Informationen.“

Dr. Susanne Ozegowski, fachliche Projektleiterin für TK-Safe

Was ist die größte Hürde bei der Vernetzung?

Ozegowski Derzeit gibt es unzählige Software-Systeme in Kliniken und Praxen. Jedes System legt Daten anders ab und hat andere Schnittstellen. Wir und unser Entwicklungspartner IBM Deutschland brauchen also für jede neue Kooperation eine individuelle technische Lösung. Damit die Vernetzung schneller geht, brauchen wir einheitliche Standards für Schnittstellen und Datenstrukturen. Daran arbeiten wir gerade gemeinsam mit der Politik, der gematik, Leistungserbringern und den anderen Kassen. Nur wenn sich alle einigen, erhalten Versicherte mit der elektronischen Patientenakte eine umfassende und vollständige Übersicht ihrer Gesundheitsdaten.

So funktioniert die elektronische Gesundheitsakte

Als erster Schritt wurden bei TK-Safe Krankenhäuser angeschlossen. Ambulante Praxen folgten. Wie funktioniert das Andocken an Krankenhäuser?

Ozegowski IBM setzt sich mit den Kliniken zusammen und baut eine Datenbrücke, über die unsere Versicherten auf verschlüsseltem Weg ihre Daten direkt in TK-Safe laden können. Uns ist wichtig, dass ausschließlich unsere Versicherten Zugang zu ihren Daten haben und wir nur den Datentresor zur Verfügung stellen. Weder wir noch IBM können die Daten unserer Versicherten einsehen.

Die eigene Gesundheit im Griff mit TK-Safe

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Patientenpower auf dem Smartphone: Die Funktionen der elektronischen Gesundheitsakte "TK-Safe" auf einen Blick.
Was sind die Vorteile für die Versicherten?

Ozegowski Eine bessere Versorgung! Wenn unsere Versicherten ihre Daten jederzeit parat haben, lassen sich beispielsweise Doppeluntersuchungen vermeiden oder Wechselwirkungen von Arzneimitteln frühzeitig erkennen – und es entsteht eine solide Informationsgrundlage für ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis.

TK-Safe ist 2018 zunächst im Betatest gestartet. Wie ist das Feedback?

Ozegowski Sehr positiv. Trotz Betatest, ist die Nutzerzahl nach wenigen Monaten bereits sechsstellig. Das Feedback unserer Versicherten hilft, zu entscheiden, welche Features wir als nächstes entwickeln. Mittlerweile sind wird auch erfolgreich im Live-Betrieb gestartet.

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Dr. Susanne Ozegowski betreut das Projekt TK-Safe als fachliche Leiterin. Hin und wieder braucht sie aber Digital Detox – am liebsten auf Trekkingtouren durch Skandinavien und Grönland.

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